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Der Beruf Schulbegleiter

W.i.R. haben den Schlbegleiter Herrn Winterle interviewt und viel über seine Arbeit erfahren. Klick
Warum haben Sie sich für den Beruf Schulbegleiter entschieden?
Bevor ich mit der Schulbegleitung angefangen habe, habe ich mehrere Jahre in Nachhilfestudios gearbeitet und dort vor allem Englisch und Französisch unterrichtet. Das hat mir so gut gefallen, dass ich gerne auch vormittags eine Arbeit in diesem Bereich finden wollte. Es sollte auf jeden Fall mit Schule und Unterricht zu tun haben. Ich habe dann 2012 begonnen, als Schulbegleiter zu arbeiten. Das war damals eine sehr neue Tätigkeit.
Gibt es für diesen Beruf eine Ausbildung?
Fast alle Schulbegleiter haben eine abgeschlossene, oft pädagogische Ausbildung oder ein Studium. Meistens in den Bereichen Erzieher(In) oder Sozialpädagoge(In). Es gibt aber bis jetzt noch keine offizielle Ausbildung mit dem Berufsabschluss „Schulbegleiter“.
Welche Schulausbildung haben Sie gemacht?
Ich war auf dem Gymnasium und habe dort Abitur gemacht. Danach habe ich ein Fachakademie-Studium mit dem Abschluss „Übersetzer“ absolviert.
Welche Aufgaben hat ein Schulbegleiter?
Die Aufgaben hängen sehr von der Person ab, die der Schulbegleiter betreut. Es ist wichtig zu wissen, dass der Schulbegleiter kein Zweitlehrer ist, sondern „seinen“ Schüler unterstützt bzw. dem Schüler assistiert. Diese Hilfe ist für den Schüler deshalb nötig, damit er/sie Arbeitsaufträge des Lehrers so gut wie möglich umzusetzen kann. Häufig haben Schüler/Schülerinnen Schwierigkeiten den Lehrkräften zu folgen. Der Unterricht geht zu schnell, es werden viele verschiedene Dinge gleichzeitig verlangt, Mitschüler reden und stellen Fragen. Hier helfe ich, indem ich „meinem Schüler/meiner Schülerin“ die nötige Struktur vermittle. So kann er/sie beispielsweise Arbeitsaufträge des Lehrers klar verstehen und umsetzen, oder sich das Gesagte nochmal verdeutlichen. Es gehört jedoch ebenfalls zu den Aufgaben des Schulbegleiters, für eine äußere Struktur zu sorgen. Damit ist zum Beispiel ein ordentlicher und aufgeräumter Tisch gemeint, Klarheit und Struktur in den Schulheften, oder das vorhanden sein der nötigen Hilfsmittel. Gleichzeitig ist es auch sehr wichtig, dass der Schulbegleiter den Schüler zu möglichst viel Selbständigkeit und Eigenverantwortung anleitet.
Welche Schüler unterstützt man als Schulbegleiter?
Das ist sehr verschieden. Viele Schulbegleiter unterstützen Schüler die eine Autismus Spektrum Störung haben. Es können aber auch Kinder / Jugendliche sein, die geistig oder körperlich behindert sind, oder nur eine körperliche Behinderung haben (z.B. blinde Schüler).
Was mögen Sie an Ihrem Beruf nicht?
Manchmal ist es mir in den Klassen zu laut. Das ist aber das einzige, was mir an der Tätigkeit als Schulbegleiter nicht gefällt.
Kommen Sie gut mit den Lehrern an den verschiedenen Schulen zurecht?
Ich verstehe mich in der Regel mit den Lehrern sehr gut. Ich bin nur ein einziges Mal (an einer früheren Schule) mit einem Lehrer während des Unterrichts heftig aneinandergeraten. Das war mir sehr unangenehm und peinlich. Der Lehrer und ich haben jedoch am nächsten Tag die Situation geklärt, indem wir ein gutes und ausführliches Gespräch geführt haben.
Was macht Ihnen an Ihrem Beruf am meisten Freude/Spaß?
Mir gefällt die ganze Schulatmosphäre sehr gut. Vielleicht ist das so, weil ich sehr schöne und positive Erinnerungen an meine eigene Schulzeit habe. Ich bin sehr froh, wenn ich sehe, dass der Schüler/die Schülerin, den/die ich betreue, von meiner Arbeit profitiert und Erfolgserlebnisse hat. Ich sehe das dann als eine Art Teamwork und freue mich über den Erfolg „meines Schülers“. Wenn es „meinem Schüler“ gut geht, oder er/sie positive Schulergebnisse erzielt, dann bedeutet das auch, dass ich meinen Beruf richtig und gut gemacht habe. Natürlich ist es auch sehr angenehm, dass es in diesem Beruf so viele Schulferien gibt.
Herr Winterle (Schulbegleiter an der W.i.R)
Herr Winterle (Schulbegleiter an der W.i.R)